Geschichte

1903 erbauten Bergführer aus Randa und Täsch oberhalb der Kintole zwischen dem Dom (4545 m.ü.M.) und dem Täschhorn (4490 m.ü.M.) die Kinhütte. Der Grossvater des heutigen Hüttenbesitzers Viktor Imboden war einer ihrer Mitbebauer. Die Baumaterialien mussten zu jener Zeit in mühsamer und schweisstreibender Arbeit vom Tal hinaufgeschleppt werden. Die alte Kinhütte diente Jägern, Wanderern und Bersteigern. Für letztere wurde sie vorallem für die Besteigung des Täschhorns über die NW Seite benutzt. Dieselbe Route wurde übrigens auch von den Erstbesteigern 1862 gewählt, damals direkt von Randa aus.

alte Kinhütte erbaut 1902 neue Kinhütte erbaut 1998

Da die Begehung des Kingletschers zur damaligen Zeit immer schwieriger wurde, wurde die Hütte ab 1960 nur noch selten für die Besteigung des Täschhorns benutzt. Somit diente die Kinhütte schliesslich zwischen 1950 und 1963 der Grand Dixence als Unterkunft für ihre Arbeiter, welche am Fusse des Kingletschers an einer Wasserfassung beschäftigt waren. Nach Abschluss des Stollenbaus übernahm der Zermatter Guido Biner die Hütte, der diese dann 1996 an den Täscher Berführer und Skilehrer Viktor Imboden verkaufte.

Ein langersehnter Traum von Viktor Imboden konnte nun in Erfüllung gehen. Nach den nötigen Bewilligungsverfahren und dem Baurechtsvertrag mit der Burgergemeinde Randa konnte der Umbau der Kinhütte im Frühjahr 2000 in Angriff genommen werden. Um den heutigen Ansprüchen genügen zu können, musste die Hütte mit Wasser und Strom versorgt und mit einem zeitgemässen WC ausgerüstet werden. Um mindestens 30 Besucher aufnehmen zu können, musste die Hütte gleichzeitig aufgestockt werden.

Zusammen mit seinem Bruder und mit Kollegen wurde als erstes das Fundament der alten Hütte komplett abgetragen. Anschliessend wurden neue Streifenfundamente erstellt worauf dann ein Dachstein-Ziegelbau aufgebaut wurde. Für den Innenausbau wurden ausschliesslich einheimische Hölzer verwendet. Die Kinhütte besteht nun neu aus einem Aufenthaltsraum, 32 Schlafplätzen, Küche und Hüttenwartzimmer. Der Strom wird durch die eigene Wasserturbine erzeugt.

Am 20. Juli 2001 wurde die Hütte unter beisein von zahlreichen interessierten und begeisterten Gästen durch das Patenkind von Viktor, Pfarrer Jean-Pierre Brunner, feierlich eingeweiht.